Echinger-Kirche

ECHINGER FORUM
o n l i n e

 

 
 
 
 
 
 
 
 
 

VHS

 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 

 

 

 
 

Aufgaben

Redaktion

Terminplan

Vorstand

Chronik

Gästebuch

Kontakt

Satzung

Zeitungskreis

Anzeigenschaltung

Ehrenmitglieder

Mitgliedsantrag

EF-PDF Archiv

Web-Impressum

 

Der ECHINGER-FORUM LEITARTIKEL Stand: 28.02.2009

 

Heidechia

feiert 50. Geburtstag

Ein halbes Jahrhundert Frohsinn und Heiterkeit

Ulrike Wilms / Auf eine bunte, fröhliche und „vielbeinige“ Vereinshistorie, verbunden mit einigen Höhen und Tiefen, kann die Narhalla Heidechia zurückblicken – heuer genau 50 Jahre lang: „Ein halbes Jahrhundert Frohsinn und Heiterkeit: Wenn das kein Grund zum Feiern ist“ – mit diesen Worten begrüßte auch das Moderatoren-Tandem Rainer Bachmeier und Florian Uffinger bei der rauschenden Jubiläums-Inthronisationsnacht am 10. Januar 2009 im ausverkauften Echinger Bürgerhaus die Ballbesucher. (Vereinschronik auf S.2)

       
       
Mit Wunderkerzen wurden den beiden Faschingshoheiten ein strahlender Empfang bereitet
In Ermangelung einer (gesponserten) Luxus- Limousine waren die königlichen Hoheiten „mit dem Radel“ da.
Ob Film-,Volksmusik, Pop oder feurige Folklore, die sexy Girls und feschen Boys beherrschen ihr Metier nach allen Regeln der Faschingskunst.
 
Bei der traditionellen, symbolischen (Amts)- Übergabe wussten die beiden Bürgermeister Josef Riemensberger (Eching) und Rainer Schneider (Neufahrn) die symbolischen Rathaus-schlüssel in guten Händen.
 
   
     

Dass dies ein ganz besonderer Fasching mit „geschichtlichen Hintergrund“ ist, wurde auf mannigfaltige Art und Weise dokumentiert. „Die Wände sprachen Bände“ konnte man angesichts der tollen Dokumentationstafeln mit (Zeitungs)Texten und Fotos sowie der museumsreifen Faschings-Kostümsammlung der Jahre 1959-2009, die den Eingangsbereich des Bürgerhauses schmückten, regelrecht ins Dichten kommen. Ein besonders denkwürdiger Augenblick der Vereinshistorie und ein beindruckender Anblick obendrein stellte die „geballte“ Faschingsprominenz dar, die sich beim Intrho-Ball die Ehre gab. Bis zum heutigen Tag schwangen im Gemeindegebiet insgesamt 36 Prinzenpaare ihr närrisches Zepter. Rund die Hälfte von ihnen war der Einladung gefolgt und erwies dem frischgekrönten Prinzenpaar Prinz Andreas III (Meckl), Prinzessin Carolin II (Pflügler) ihre Referenz. Mit dabei auch Irene Nadler, Vorsitzende des Echinger Forums, die vor 40 Jahren Faschingsprinzessin der Heidechia an der Seite von Prinz Hans (Zistler) war. Sowohl beim Einzug als auch beim schwungvollen Walzer machten die junggebliebenen Tollitäten der Jahre 1959-2008 als Ehrengäste des Abends eine ausgezeichnete Figur, einige von ihnen sogar noch in ihren Originalkostümen. Mit besonderer Spannung erwartete das Publikum die Premiere des spritzig-witzigen Show-Programms „Heidechia Hitmix Vol. 50“, mit der das neue Prinzenpaar und ihre Garde im Jubiläumsjahr 2009 schwungvoll in die fünfte Jahreszeit durchstartete. Trotz technischer Panne beim Abspielen der Tanzmusiken, die der Compagnie und den Conferenciers professionelle Gelassenheit abverlangte, zogen die 10köpfige Garde und ein faszinierendes Prinzenpaar das staunende Publikum in ihren Bann und konnten sich mit einer gelungenen, äußerst abwechslungsreichen Inszenierung eindrucksvoll in Szene setzen. Die professionelle Choreographie trug wiederum die Handschrift des Trainerduos Irina Gontscharova und Tochter Natalya Menzel.

 

 

 

Die witzigen und frechen Kostüme taten ein Übriges, um die wirbelnden Tanzbeine, sei es bei dem zur Alpenstory im fesch karierten Dirndl-Look umfunktionierten schmissigen Radetzky-Marsch , den lustigen Holzhackerbuam oder auch anspruchsvollen Stepp-Tanzeinlagen wirkungsvoll in Szene zu setzen.

 

„Wo ist die Zeit nur geblieben?“ - Hier stellen sich die ehemaligen Prinzessinnen und Prinzen von Heidechia zum Erinnerungs- und Gruppenbild

       
   

Ein halbes Jahrhundert Frohsinn und Heiterkeit Vereinsgeschichte der Narhalla Heidechia von Ulrike Wilms

 

 

Zu den Anfängen

Ein Zugereister, der aus Oberschlesien gebürtige Bahnhofsvorsteher und spätere Immobilienmakler Hans Gamon (1920-2004), darf als Gründungsvater der Echinger Narhalla gelten. Keimzelle und Schaltzentrale des organisierten Faschings-Frohsinns war das Echinger Bahnhofshäusel, in dem Gamon etliche Sondierungs- und Anwerbungsgespräche führte und so die ersten Gardemädel und –burschen rekrutierte. Dazu zählte unter anderem auch die Echingerin Gerda Schütze, geb. Gromes, die nicht nur als Gardemädel, sondern auch als Faschingsprinzessin 1962 mit von der närrischen Partie war – und sich gerne an die alten Zeiten erinnert. Der offizielle Zusammenschluss zum Faschingsverein der Heidechia, so ist in der Echinger Gemeindechronik überliefert, fand am 27. November 1959 im Huberwirt statt. Selbstverständlich stand der umtriebige Gamon als Präsident zur Verfügung, assistiert vom Kuffner Gust als Hofmarschall. Das weibliche Element verkörperte Antonie Winklbauer als erster „Gardehauptmann“. Viele Jahre lang blieben der militärische Einmarsch mit den zackigen Kommandos und der markige Schlachtruf „Heidechia heijo“ unverwechselbare Markenzeichen. Nicht ohne Stolz schreibt Gamon 82jährig in seinem 2003 als

a a

Gerda I (Schütze, geb. Gromes) und Xaver I (Saller) ,

Prinzenpaar anno 1962 und 2009

Buch veröffentlichten Lebenserinnerungen: „Als erste Amtshandlung konnte ich das 1. Prinzenpaar der Narhalla Heidechia vorstellen: Prinz Gregor I von Pädagogien (Gregor Schmid – der heuer erfreulicherweise auch zu den Ehrengästen des Inthroballes zählte ) und Prinzessin Christine I (Christl Dolzer)“. Die erste Inthronisation der Vereinsgeschichte fand am 6. Februar 1960 statt. Unvergessen ist die Negergarde dieser allerersten Faschingssaison. „Die hartnäckige schwarze Farbe machte den sechs Mädels den nächsten Arbeitstag umso schwerer“ heißt es dazu in den Annalen des Vereins.

 

 
 
Zwangspause und Wiederbelebung

Ein großer (Ein)-Bruch erfolgte 1973, als der einzige Festsaal im Gemeindegebiet im Gasthof Huberwirt dessen Umbau zum Hotel zum Opfer fiel. Da weit und breit keine passende Alternative für die Auftritte zu finden war, musste die Heidechia wohl oder übel in einem Dornröschenschlaf auf bessere Zeiten hoffen. Mit Eröffnung des Echinger Bürgerhauses im Oktober 1982 erwachte die Heidechia blitzschnell zu neuem Leben und altem Schwung– und es ging unter Leitung von Präsident Robert Bradel und Ehrenpräsident Hans Gamon ungebremst in die Faschingssaison 1983: Michael Loibl und Marion Bradel wurden als Regenten auserkoren, 12 fesche Gardemädels waren gefunden.

 

 

„Heidechia – wir machen Spaß“

Neben den bereits genannten Hans Gamon und Robert Bradel zeichneten eine Reihe von weiteren Vorsitzenden für die Geschicke der Heidechia verantwortlich. In chronologischer Folge waren dies anschließend Franz Lamprecht, Lothar Markwardt, Wolfgang Bock (kommissarisch), Robert Hofmeier und Peter Reis. Da die Verantwortung immer mehr zunahm, entschloss man sich ab 2003 ein sogenanntes Kernteam zu installieren. Mit Rainer Bachmeier, Florian Uffinger, Jürgen Grimm und Christian Zeilmeier, der dieses Jahr mit dem Sonderorden „der kleine Mohr“ ausgezeichnet wurde, teilen sich jetzt vier gleich gestellte Präsidenten die zahlreichen Aufgaben rund um die Heidechia. Im Jahr 2004 erfolgte die Erweiterung desVereinsgebietes auch auf die Nachbargemeinde Neufahrn. Seitdem nennt sich der Verein ganz offiziell „Narrhalla Heidechia Eching Neufahrn e.V.“

 

Seit den Gründertagen führt die Heidechia „Frohsinn im Schilde“ und dokumentiert diese Tatsache auch mit dem Spruch „Heidechia, wir machen Spaß“. Versinnbildlicht werden die beiden Kompenenten, der Heimatbezug und die Narrenkultur, invielerlei Hinsicht. So setzt sich der Name Heidechia nachvollziehbar aus „Heide“ und „Eching“ zusammen. Gleiches lässt sich über das vom Grafiker Dostal entworfenen Wappen mit dem tanzenden Kartoffelkäfer sagen, das zudem den Bezug zum heimischen Kartoffelanbau versinnbildlicht.

 

Der Fasching wandelt sich – und bleibt sich treu

Jahr für Jahr galt und gilt es aufs Neue, eine junge und gutaussehende Garde auf die (schönen) Beine zu stellen und ein charmantes Prinzenpaar zu überzeugen, gemeinsam durch die fünfte Jahreszeit – und die sich ändernde Zeitgeschichte zu tanzen. Diese blieb nicht ohne Einfluss auf das Faschingstreiben. Mit einem ständig größer werdenden Freizeitangebot, multimedialer Konkurrenz, und nicht zu vergessen, wachsender Mobilität (- wer hatte Anfang der 60er Jahre schon ein Auto?) nahm der zentrale Stellenwert des Faschings im Ortsgeschehen im gleichen Maße ab, wie die Ansprüche des (verwöhnten) Publikums zu. Die Show-Darbietungen mit themenbezogenen Programmen und Choreographien wurden – fast zwangsläufig – professioneller, die Auftritte zahlreicher (heutzutage sind 40-50 pro Saison durchaus „normal“, Kostüme und Bühnentechnik aufwändiger. Mit diesem „Spagat“ wirtschaftlich und personell erfolgreich umzugehen und die Faschingskultur hochzuhalten, war und ist die besondere Herausforderung, der sich die Heidechia stellen muss. Dass sich dabei Gemeinschafts- und Frohsinn bis zum heutigen Tag dauerhaft gehalten haben, zeichnet diesen junggebliebenen Verein aus – und zeigt sich auch heuer wieder an einem schwungvollen und ausdrucksstarken Show-Programm. Davon können sich alle großen und kleinen Faschingsfreunde, und alle, die es (vielleicht noch ?) werden wollen, bis zum Kehraus am Dienstag, 24. Februar bei zahlreichen Veranstaltungen ein persönliches Bild machen – übrigens auch vom Kinderprinzenpaar Zeynep I und Maxi I und ihrer Kindergarde. (Mehr dazu im Echinger Forum, im Narhalla-Faschingskalender oder unter www.heidechia. de )

 

 

       
 

 

Fotos:

U. Wilms (7), Heidechia (3)

 

 

Quellen:

Georg Kollmannsberger:

Geschichte der Gemeinde Eching

(2. Auflage 1990)

 

Hans Gamon:

Mein Leben in drei Epochen – Eching 2003

 

www.heidechia.de

Faschingskalender 2009

 

 
   

 

 

 

Heidechia

Impressionen

 

   

 

 

 

 

 
   

 

 

(c)2006 | 2007 | 2008
.: 2006 www.echinger-forum.de :.

nach oben