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Mai 2007

35 Jahre deutsch-italienische Patenschaft:aa
a„Gemellaggio“ Trezzano-Eching

Ulrike Wilms/ Europa wächst zusammen: so befindet sich in Eching eine Trezzanostraße und im rund 550 Kilometer entfernten oberitalienischen Trezzano sul Naviglio eine „Via Eching“. Beiden Kommunen gemeinsam ist ein großer Markt des schwedischen Möbel-Giganten IKEA –ein deutliches Zeichen des grenzüberschreitenden gemeinsamen Marktes und der fortschreitenden Globalisierung. Worauf es aber wirklich ankommt zwischen europäischen Nachbarn, sind die persönlichen Beziehungen.
Die gibt es zwischen Trezzano und Eching bereits : Vor genau 35 Jahren wurde die deutsch-italienische Partnerschaft beschlossen. Beschlossen wurde heuer in der oberitalienischen Industriestadt nahe Mailand, dieses Ereignis ein Wochenende lang vom 4. bis zum 6. Mai mit deutscher Beteiligung auch gebührend zu feiern, vor allem mit dem Ziel, der etwas eingeschlafenen Städtefreundschaft neues Leben einzuhauchen. Die deutschen Partner waren natürlich zu diesem besonderen Geburtstag eingeladen. „35 Anni di gemellaggio“ - Trezzano accoglie Eching“ stand für die rund 19000 Einwohner auf den angeschlagenen Plakaten zu lesen – übersetzt: „35 Jahre Partnerschaft – Trezzano empfängt Eching“

 

Neuer Schwung für Städtepartnerschaft „Eine offizielle Fahrt ist überfällig“ befand Josef Riemensberger als „bürgermeisterlicher Reiseleiter“ einer Gruppe von – ausgerechnet - 35 bayrischen Jubiläumsgästen. Nicht von asungefähr wohnen davon eine ganze Reihe – in der Trezzanostraße. Mit an Bord des von Helmut Klausner gesteuerten Busses waren unter anderem die vier Gemeinderäte Georg Bartl, Dieter Migge, Isabella Maurus (CSU) und Gerd Kremer (FWG) , und weitere Echinger Vereinsvorstände von Heimatbühne, Frauenbund, Ladysport und Stopselclub sowie last, but not least, eine 13köpfige musikalische Abordnung des Musikvereins Sankt Andreas. Vor Ort stießen noch EFB-Vorsitzender Günter Plattig und der vormalige Patenschaftsbeauftragte und Italienkenner Peter Kriglowitsch und ihre Frauen zu der Gruppe interessierter Echinger dazu. Größere gegenseitige Besuchsfahrten einschließlich Schüleraustausch fanden noch bis in die 90er Jahre statt. Das letzte gelungene Großereignis wurde 1997 anlässlich des 25jährigen Bestehens der Patenschaft in Eching gefeiert. Im letzten Jahrzehnt ließ das deutsch-italienische Interesse deutlich nach, wobei auf privater Ebene die Freundschaften aber nicht abgerissen sind. Von italienischer Seite gibt es nun neue Impulse . Nach Antonio di Stasio, dem viele Jahre lang die regelmäßige Teilnahme einer Delegation aus Italien bei der EFB-Frühjahrsschau zu danken ist, hat nun die rührige und charmante Daniela Roman das Amt der Patenschaftsbeauftragten inne. Ihr offizieller und klangvoller Titel: il presidente Commissione gemellaggio. Sie ist nach Kräften bemüht, neuen Schwung in das etwas eingerostete Patenschaftsverhältnis zu bringen. Empfang im „Palazo Communale“ Bürgermeisterin Liana Scundi hieß die Echinger bei einem kurzen Besuch im Stadthaus herzlich willkommen. Ebenso wie die italienische Rathauschefin betonte auch Echings Gemeindeoberhaupt Josef Riemensberger die große dBedeutung persönlicher Kontakte zwischen den Nationen . Beide Bürgermeister gaben der Hoffnung und dem Wunsch Ausdruck, dass sich ein vereintes Europa nicht nur auf dem Papier manifestiert– sondern auch in der Realität. In Begegnungen, im Kultur-Austausch – zwischen Vereinen, Schulen, Kirchen – Familien. Dort gibt es sicherlich eine Menge Anknüpfungspunkte , beispielsweise über die Sportvereine oder die Musikschule, die theoretisch aufund ausbaufähig wären, .... Die Voraussetzungen: freiwilliges bürgerschaftliches Engagement, das von beiden Seiten geleistet werden muss...

 

Gruppenbild vor der Gemeindeverwaltung von Trezzano - aufgenommen vom fahnengeschmückten Balkon des „Palazzo Comunale“ (dem Rathaus) - im Hintergrund der Naviglio. Der orts- und namensprägende Kanal (Trezzano sul Naviglio) führte viel Wasser und präsentierte sich, so die einhellige Meinung erfahrener Trezzano-Freunde, viel sauberer und (geruchs)-freundlicher als gewohnt.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Highlight Milano

Der Höhepunkt der Reise war unbestritten die bei dieser Gelegenheit leider nur sehr kurze Halbtagesfahrt nach Mailand und der Besuch des imposanten Domes. Nachdem Petrus ein Einsehen hatte und kurzzeitig den domDauerregen abstellte, stand auch einem „Höhen-(Aus)-Flug“ auf das Dach des Domes nichts im Wege. Die Sportlichsten verzichteten sogar auf den Aufzug und erklommen den Sakralbau bis in die höchste Turmspitze zu Fuß – der Blick auf und über die Dächer von Mailand war die Mühe wert.

 

 

 

 

Das Wahrzeichen der Weltstadt Mailand, der Mailänder Dom, ist wahrlich ein beeindruckendes Bauwerk. Seinen schönsten Anblick bietet er von erhabener Seite: Man muss ihm „aufs Dach steigen“. Dort oben erst offenbart das architektonische Meisterwerk der Gotik mit seinen unzähligen Türmen, dem Betrachter seine wahre Pracht.

 

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Mailand ist aufs Milchvieh gekommen: Was den Münchnern ihr Löwe, den Freisingern und Berlinern ihr Bär ist, ist den Milanesen offensichtlich ihre Kuh : an jeder Straßenecke grüßt in Lebensgrüße ein künstlerisch verschönerter Wiederkäuer. Dieses fantasievolle Exemplar ziert die elegante Ladenstraße unweit des Doms.

„Grazie – Danke schön“ „Salute“ oder auch „Buon Appetito“

hieß es eins ums andere Ma(h)l bei den opulenten Gasteinladungen der Trezzaner. Besonders auch im gepflegten und freundlichen kAmbiente der „Antica Stazione die Posta“ einer zu einem feinen Speiselokal umgestalteten ehemaligen Post(-Kutschen)-Station oder dem gemütlichen „La Pergola“ durften die Echinger ausgiebigst italienische Gaumenfreuden genießen. Der deutsch-italienische Freundschaftsabend bot die passende Gelegenheit, Dank für die überwältigende Gastfreundschaft zu sagen. Als Geschenke der typisch bayrischen (Lebens)-Art wurden ein bayrischer Porzellanlöwe mit Echinger Wappen überreicht und eine Kostprobe heimischer Biere. Eine gläserne Erinnerungsplakette gab es von italienischer Seite. Nur mäßig besucht war der musikalische kkAbend im „Salone Marchesina“ . Hinter diesem auf italienisch so klangvollenkk Namen verbarg sich eine eher nüchterne Mehrzweckhalle im Industriegebiet – unweit der „Via Eching“ . Dank des hingebungsvollen Einsatzes des Bläserensembles des Musikvereins Sankt Andreas wurde der Saal mit stimmungsvoller bayrischer Tanz- und Marschmusik erfüllt. Ein paar Mal wagten sich dann sogar eine Gruppe italienischer Tanzfreunde und die deutschen Gäste gemeinsam auf die Tanzfläche.

 

Reichlich „Complimenti“

verdienten sich das mitgereiste Bläserensemble des Musikvereins , das seine musikalische Botschafterrolle hervorragend kkkkwahrgenommen hat. Angefangen von der tragenden Rolle bei der Gestaltung des Jubiläumsabends bis zum spontanen Abschiedsständchen hinterließen die jungen Musiker einen hervorragenden Eindruck, über den man daheim in Eching stolz sein darf.

Auf Wiedersehen - Arrivederci

Eine große Freude war für viele das Wiedersehen mit Don Peppino. Der ehemalige katholische Gemeindegeistliche ist einer der italienischen Gründungsväter der italienisch-deutschen Städtefreundschaft und vielen Echingern von gegenseitigen Besuchen seit den 70er Jahren in unvergesslicher Erinnerung. Der 82jährige, der aus gesundheitlichenkkku Gründen in einem Altenheim lebt und nur noch mit Hilfe und großer Anstrengung gehen kann, war zur Sonntagsmesse gekommen. Er ließ es sich nicht nehmen, nach dem Gottesdienst seines geistlichen Amtsnachfolgers Don Franco ausführlich die Anfänge der Patenschaft Revue passieren zu lassen. Er beschenkte alle Echinger mit einem Exemplar seines neuesten, geistlichen Werkes „Alla ricerca delle mie – Radici“ (frei übersetzt: „auf der Suche nach mir selbst – den Wurzeln“ ). Weil man in Eching den Gegenbesuch einer italienischen Delegation aus Trezzano bereits im September zum hiesigen Kartoffelfest erwartet, fanden auf der Rückreise bereits die ersten Planungsgespräche statt, denn schließlich soll auch die heimische Küche und Kochkunst ins rechte Licht gerückt werden. „Ihr wart gute Botschafter“ dankte Reiseleiter Josef Riemensberger der mitgereisten Eching-Crew – und entrichtete seinen besonderen Dank an die Musi und die beteiligten Gemeinderäte.

 

 

Fotos Wilms - siehe dazu auch unter www.echinger-forum.de;

(Bilder-cd/Gruppenfoto erhältlich bei: Info- und Schreibbüro Wilms,

E-Mail: ulwi@freenet.de, Tel.: 089/319 28 89)

 

Weitere Impressionen aus Trezzano hier:

 

 

viva Italia

 
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Bild mit Fahne
Rathaus 1
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Gruppenbild2
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